Eisfall

Thematik und Untersuchungen

Je nach Witterungsbedingungen, kann sich im Winter Eis an den Rotorblättern der WEA bilden. Messdaten vom Lindenberg zeigen, dass hier an 6.5 Tagen im Jahr mit vereisenden Bedingungen zu rechnen ist. Die Anlagen werden daher mit Eiserkennungssystemen, einer automatischer Abschaltung und Blattheizungen ausgestattet. Diese Massnahmen (Im Detail siehe unten) minimieren das Risiko, dass sich im Betrieb Eis vom Blatt löst. Das Restrisiko wurde von der Firma Meteotest AG in Bern aufgrund der erhobenen Wind- und Wetterdaten des Messmastes und mittels Computermodellen errechnet.

Resultate

Die Risikoanalyse zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für Langläufer und Wintersportler im Windpark Lindenberg durch Eisfall zu verunglücken auch bei häufiger Ausübung des Sports wesentlich geringer ist, als im Strassen- oder Luftverkehr durch einen Unfall zu Schaden zu kommen (vgl. Abb. 1).

Abb. 1: Vergleichsrisiken über ein Jahr aufsummiert. Je höher der Balken, desto höher das Risiko. Die Skalierung ist logarithmisch, das heisst von einer Gitterlinie zur nächsten liegt jeweils ein Faktor 10. Das Risiko, beim Autofahren zu verunglücken, ist mehrere tausend Mal höher als beim Langlaufen auf dem Horben durch Eis einer Windenergieanlage zu verunfallen (Bild: Meteotest AG).

Massnahmen

Die Windenergieanlagen werden zur Minimierung der Risiken durch Eisfall mit einer mehrstufigen Sicherheitskette gesichert:

  • Schwingungsmessungen an den Blättern und direkte Vereisungsmessungen detektieren bereits einen sehr dünnen Eisansatz (Millimeter).

  • Wird Eisansatz festgestellt, so stellt die Windenergieanlage automatisch ab.

  • Die Anlage informiert den Mühlenwart und die Leitstelle über SMS und das Betriebssystem.

  • Die Blattheizung wird aktiviert und das Eis abgeschmolzen.

  • Die Anlage wird erst wieder angefahren, wenn sie eisfrei ist.


In Zusammenarbeit mit dem Loipenverein wurden weitere Massnahmen erarbeitet, die einen sicheren Betrieb während der rund 6,5 Eistage im Jahr ermöglichen. Diese umfassen die Sperrung eines kurzen Loipenabschnitts im Bereich der WEA 4 und eine leichte Modifikation der Loipenführung, damit es auch an Eistagen möglich ist, die Loipen zu begehen.

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