Schall, Infraschall und Erschütterungen

Schall

Windkraftanlagen emittieren unter schwachen bis mittleren Windbedingungen hörbaren Schall, der massgeblich durch Luftverwirbelungen an den Kanten der Rotorblätter hervorgerufen wird. Hörbar sind die Anlagen vor allem im Nahbereich hinter dem Windpark. Bei grossen Windgeschwindigkeiten übertönen die Umgebungsgeräusche die Geräusche der Anlagen.

 

Grosse Windkraftanlagen sind oft leiser als kleinere, ältere Modelle. Die Anlagenhersteller sind sich der Thematik des Schalls bewusst und haben in den letzten Jahren sehr viel investiert, um die Anlagen so leise wie möglich auszulegen. So weisen moderne Anlagen gegenüber älteren Modellen geringere Drehzahlen auf. Die sorgfältige Auslegung des Flügelprofils zusammen mit einer kontrollierten Ansteuerung des Blattanstellwinkels reduzieren die Schallentwicklung zusätzlich.

 

Im Rahmen des Umweltverträglichkeitsberichtes werden die Anlagen als Schallquellen mit Computerprogrammen simuliert und die Resultate mit den Planungswerten der Lärmschutzverordnung verglichen. Die Simulationen werden im Verlaufe des Interessengruppenprozesses mit der Begleitgruppe erarbeitet und präsentiert. Werden die Planungswerte überschritten, muss umgeplant werden oder die Anlagen werden in ihrer Leistung reduziert. Die Behörden kontrollieren die Einhaltung der Grenzwerte im Betrieb und garantieren so deren Einhaltung.

 

Infraschall

Infraschall ist Schall im Frequenzbereich von 16 bis 20 Hz, der unterhalb der menschlichen Hörschwelle liegt. Der Wind selbst, Wasser in Bewegung, Kühlschränke, Heizungen, Klimaanlagen und Fahrzeuge, selbst die Blutzirkulation und die Atmung können Infraschall emittieren [1].

Windkraftanlagen emittieren auch Infraschall. In der Öffentlichkeit wird Infraschall kontrovers diskutiert und so wird Infraschall auch im Rahmen des Interessengruppenprozesses diskutiert werden.

In Hinblick auf Infraschall gibt es keine nationalen oder kantonalen Vorschriften. Die Lärmschutzverordnung regelt den Schutz gegen Infraschall nicht, weil dieser nicht über das Gehör wahrgenommen werden kann und deshalb andere Beurteilungsmethoden zur Anwendung kommen müssen. Störungen durch Infraschall sind damit direkt aufgrund der Schutzkriterien des Umweltschutzgesetzes zu beurteilen. Dabei sind insbesondere die Wahrnehmbarkeit, der Zeitpunkt des Auftretens, die Häufigkeit sowie der Charakter der Ereignisse zu berücksichtigen. Aufgrund des Standes der wissenschaftlichen Erkenntnisse und der Erfahrung geht man heute davon aus, dass im Allgemeinen keine schädlichen oder lästigen Immissionen durch Infraschall zu erwarten sind, wenn die Lärmimmissionen im hörbaren Bereich die massgebenden Grenzwerte einhalten [2], [3].

Wie bei allen rotierenden Maschinen wird im Rahmen des Umweltverträglichkeitsberichtes standardmässig das Auftreten von Erschütterungen abzuklären sein.

[1] Leventhall, G. Infrasound and the ear. In Proceedings, 5th international Conference in Wind Turbine Noise 2013, Denver

[2] BAFU, Abteilung Recht, Aktenzeichen: P085-1780

http://www.laerm.ch/dokumente/rechtsprechung/Zusammenfassung%20BAFU_BG_1C_204_2015.pdf

[3] Windenergie und Infraschall – Tieffrequente Geräusche durch Windenergieanlagen, LUBW Landesanstalt

für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, September 2016.

© 2019 Windpark Lindenberg AG